1985                geboren in Grimma

2006-2008      Studium der Bildenden Kunst an der AdBK Nürnberg bei Prof. Rolf-Gunter Dienst

2008-2014      Studium der Malerei an der HfBK Dresden bei Prof. Elke Hopfe und Prof. Ralf Kerbach

2016-              Meisterschüler an der HGB Leipzig bei Prof. Annette Schröter

lebt und arbeitet in Dresden und Leipzig

 

 

Einzelausstellungen

 

2018                »Stille Drift«, Galerie Poll, Berlin

                         »HALALI« (mit Michael Klipphahn), Museum Schloss Klippenstein, Radeberg              

2017                »Rupfen in fremden Gärten« (mit Michael Klipphahn), Kunztraum, Dresden

                         »Rücksitz Cinema«, Galerie Leuenroth, Frankfurt/Main

2015                »Ein Date am Kanal«, Galerie Leuenroth, Frankfurt/Main

                         »Eric Keller«, galerie baer, Dresden   

                         Präsentation des Werkes »Talsperre« im Rahmen der VA »Begegnung der Künste«, Lichthof, Albertinum Dresden                     

2014                »Novemberkind«, galerie baer, Dresden

2013                »Eric Keller/Simon Rosenthal - Malerei und Zeichnung«, Galerie Poll, Berlin

2012                »Freizeittreff Fortschritt«, Galerie Irrgang, Leipzig

                         »Von Nah und Fern«, Galerie der HfBK Dresden

2011                »Andreas Wachter und Eric Keller«, Galerie Irrgang, Berlin

 

 

Gruppenausstellungen

 

2018               »Existenz Kapitel 1: Skizzen«, Oktogon, HfBK Dresden

                        »Aphrodisiac«, Galerie Evelyn Drewes, Hamburg

                        »Eberhard-Dietzsch-Kunstpreis«, Volksbank Gera

                        Rundgang, HGB Leipzig

2017               »Liebelei«, objekt klein a, Dresden

                        »The human aspect I + II - zeitgenössische figurative Positionen«, Barlachhalle, Hamburg

                        »Mitten im Mai :: Malerei«, Kunstverein Sulzfeld

                        »The human aspect part II - zeitgenössische figurative Positionen«, Galerie Ursula Walter, Dresden

                        »Klasse Klasse!!«, Tapetenwerk Leipzig

                        »Seitenwechsel«, Galerie Leuenroth, Frankfurt/Main

                        Rundgang, HGB Leipzig

                        »Stadt Land Raum – Sammlung Zander Schürer«, Kunztraum, Dresden

2016               Gruppenshow, Galerie Leuenroth, Frankfurt/Main

                        »Markt«, Kunztraum, Dresden

                        »Ich dachte, Sie wären nur ein armer Schlucker!«, KOMMUNALKA, Leipzig

                        »no3 Positur!«, ff15, Leipzig

                        »6 aus Dresden«, Hoffschild, Lübeck

»My Heart´s in the Highlands«, Galerie junge zeitgenössische kunst, Chemnitz

            »Na dosah/Greifbar nah«, Kunstmuseum Galerie Cheb, CZ

                        »Na dosah/Greifbar nah«, Kunstmuseum Galerie Plsen, CZ

2015               Bilder im Filmprojekt »24 Wochen« von Anne Zohra Berrached

2014               »Santa Cloud«, galerie baer, Dresden 

                        »okay.whiteout«, Delikatessenhaus, Leipzig

                        »Postcards from the East«, APT Gallery, London, Großbritannien

                        »Startpoint Prize«, DOX, Prag, Tschechische Republik        

                        »Diplomausstellung«, HfBK Dresden, Dresden

    »Dada TY«, HELLERAU– Europäisches Zentrum der Künste, Dresden

    »Mensch werde wesentlich«, KV Freunde Aktueller Kunst, Zwickau

    »Landschaften«, Galerie Poll, Berlin

    »inner cities«, Galerie Irrgang, Berlin

2013               »Wintercollective II«, Galerie Irrgang, Leipzig

   »All Star Cast«, galerie baer, Dresden

   »Hype«, geh8, Dresden

2012               »Addition«, galerie baer, Dresden

   »Frühwerk«, F14, Dresden

                        »Keine Bilder ohne Liebe«, Galerie Poll, Berlin

                        »Kabinettausstellung«, Galerie Irrgang, Leipzig                  

2011               »Frühjahrssalon«, Galerie ZanderKasten, Dresden

   »Wintercollective«, Galerie Irrgang, Leipzig

   »Kellerausstellung« der Gruppe ZWANZIGZEHN, Dresden

2010               »Seminar«, Galerie Irrgang, Leipzig

 

Sammlungen

 

Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Ostsächsische Sparkasse Dresden

PPZK Deutschland

 

Bibliografie

 

Eva und Lothar C. Poll (Hrsg.): Keine Bilder ohne Liebe; Druckerei Conrad; Berlin; 2012; ISBN: 978-3-931759-32-2

Galerie Irrgang GbR Leipzig/Berlin (Hrsg.): Eric Keller – Freizeittreff Fortschritt; Leipzig 2012

Diplomkatalog, HfBK Dresden, 2014

Torsten Klaus: Ödnis und Fülle; in Dresdner Neueste Nachrichten, 16.10.2014

Katja Lindenau: Die Wärme des November; in SAX 10/14, S. 27

Liane Wendt: Auf der Suche nach der inneren Ruhe – Eric Keller; in kunnst Sommer 2016, S. 14 bis 21

Wilhelm Werthern: Eric Keller – Künstler des Monats; in LE MONDE diplomatique, Deutsche Ausgabe, Mai 2016

Kulturkreis Sulzfeld/Galerie Leuenroth (Hrsg.): Mitten im Mai; Lubok Verlag; Leipzig 2017; ISBN: 978-3-945111-36-9

Karl Kowalke (Hrsg.): Liebelei; Dresden 2017

Patrick-Daniel Baer: Rupfen in fremden Gärten; 2017; www.cybersax.de

 

 

 

 

Eric Kellers Bilder zeigen Orte und Menschen, Stadt- und Landschaften, Porträts. Doch es geht nicht um das Abbild eines Ortes oder einer Person, sondern um das Aufzeichnen erlebter Momente, Stimmungen und Sequenzen. Keine Fotos, sondern Zeichnungen und Skizzen, vor allem aber die Erinnerung, das autobiografische Gedächtnis des Künstlers, bilden die motivische Basis der Gemälde.

Sind Eric Kellers frühere Bilder noch vergleichsweise detailreich und konkret ausgeführt, zeigen die jüngeren Arbeiten eine zunehmende formale Verallgemeinerung und Reduktion. Das Detail verliert im Zuge des kognitiven Prozesses mehr und mehr an Bedeutung. Liegt es in der Natur unseres Gedächtnisses, Erinnerungen zu reduzieren und emotional zu reproduzieren, zeigen die Malereien Kellers jene »homogene Färbung«, welche die Erinnerungen unseres episodischen Gedächtnisses prägen. Es sind zumeist blasse Grau-, Ocker- oder Brauntöne, die seine Bilder bestimmen. Sämtliche Bildelemente, selbst grellfarbige Stellen, ordnen sich einem gesamtheitlichen Duktus unter. Es fällt schwer, diese Färbung emotional richtig zu deuten, denn die Bilder hinterlassen einen vielschichtigen Eindruck. Was zunächst als Idyll erscheint, droht unmittelbar als Einöde entlarvt zu werden, was sich als schöne Impression präsentiert, wird zu einer subtilen, nüchternen Vergangenheitsbewältigung. Vieles in den Bildern von Eric Keller erinnert an die Romantiker des 19. Jahrhunderts. Man findet den Kontrast zwischen Geborgenheit und der gleichzeitigen Sehnsucht nach Ferne. Man findet die schier unendliche Stille und Weite und die Melancholie besinnlicher Momente.

 

Eric Keller braucht Zeit. Seine Bilder erfahren im Atelier immer wieder Veränderungen und Übermalungen, viele Zustände, ehe das Werk beendet ist. Sein Pinselstrich ist zuweilen grob, so bleiben Spuren des Übermalten als Artefakte gegenwärtig. Lasierte Flächen gewähren manchen Blick auf darunter liegende Farbschichten, Übermalungen werden teils ganz bewusst grob gefertigt. Die meisten seiner Bilder hat Keller auf MDF gemalt. Der Bildträger, dessen Kanten auch mal grob geschnitten oder angebrochen sind, bewirkt in Verbindung mit der Maltechnik eine äußerst raue, aber auch authentische Bildästhetik. Fast wirken die Arbeiten dadurch wie der Zeit entrückt, könnten heute oder auch vor Jahrzehnten entstanden sein. Betont wird dies auch durch das Fehlen von Verweisen auf eine zeitliche Zuordnung.

 

Da die Darstellungen Erinnerungen des Künstlers zu sein scheinen, liegt es nahe, dass Eric Keller auch Teil jener Momente sein muss. Allerdings entzieht er sich als Maler dem Dargestellten und bezieht eine distanzierte, analytische Position. Diese Position wird unmittelbar an den Rezipienten seiner Arbeiten weitergegeben.

 

Kellers Bilder sind letztendlich eine Fiktion, die uns eine emotionale Wahrnehmungsmöglichkeit der Realität zeigt.

 

Tilman Bruhn, 2015